Warum schreit mein Baby?

Warum schreit mein Baby

Wenn dein Baby viel schreit, kann das frustrierend und verunsichernd sein. Doch warum weint dein Kind? Wie kannst du es beruhigen?

Die Welt ist für dein Neugeborenes ein aufregender Ort. Es nutzt Schreien, um seine Bedürfnisse mitzuteilen. In diesem Artikel findest du die häufigsten Ursachen für das Schreien von Babys und praktische Tipps, die dir helfen können, dein Baby zu beruhigen. Das Verständnis für die emotionalen und physischen Herausforderungen deines Babys kann dir helfen, Stresssituationen gelassener zu meistern.
Schreien ist eine der wichtigsten Kommunikationsformen, die dein Baby entwickelt. Es kann sich noch nicht mit Worten ausdrücken und greift auf Schreien zurück, um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das tun Kinder auf der ganzen Welt, um sicherzustellen, dass ihre Eltern auf sie reagieren. Durch Schreien signalisiert dir dein Baby, dass etwas nicht stimmt, oder dass es etwas benötigt, zum Beispiel Nahrung, eine saubere Windel, Zuwendung und Trost oder eine Veränderung der Umgebung.
Schreien ist also eine natürliche Reaktion. Wenn du auf das Schreien deines Babys prompt reagierst und darauf eingehst, lernt es, dass dir seine Bedürfnisse wichtig sind. Das gibt ihm ein Gefühl von Sicherheit und schafft Vertrauen, was entscheidend für die Bindung zwischen Eltern und Kind ist.
Schreien ist nicht immer ein Zeichen von Not. Manchmal schreien Babys, wenn sie frustriert oder überstimuliert sind. Wichtig ist, dass du lernst, die verschiedenen Arten des Schreiens zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Diese Fähigkeit wirst du mit der Zeit und der Erfahrung entwickeln.

Häufige Gründe für das Schreien von Babys

Hunger: Ein grundlegendes Bedürfnis

Hunger ist einer der häufigsten Gründe, warum Babys schreien. Der Magen deines Neugeborenen ist noch klein, und es muss oft gefüttert werden, um satt zu bleiben.
So erkennst du früh, dass dein Baby Hunger hat:
– es saugt an den Fingern, Fäustchen, Kleidung oder leckt an den Lippen
– es schmatzt
– es streckt die Zunge heraus
– es dreht seinen Kopf zur Brust oder Flasche
– es wird unruhig und bewegt Arme oder Beine
– es quengelt und weint leise

Mit einer guten Still- oder Fütterungsroutine kannst du dazu beitragen, das Schreien aufgrund von Hunger zu reduzieren und das Wohlbefinden deines Babys zu fördern.
Babys durchlaufen Wachstumsschübe, in denen ihr Hunger zunimmt. Während dieser Zeiten kann es sein, dass dein Baby häufiger als sonst gefüttert werden muss. Achte auf die Signale deines Babys und stelle sicher, dass es genügend Nahrung erhält.

Unbehagen und Schmerzen erkennen

Ein weiterer häufiger Grund für das Schreien von Babys ist Unbehagen oder Schmerzen. So kann eine volle Windel, Blähungen, Zahnen oder eine unangenehme Liegeposition dazu führen, dass dein Baby schreit. Achte darauf, dass du dein Baby regelmässig wickelst, damit es sauber und trocken ist. Damit vermeidest du Unbehagen.
Blähungen und Verdauungsprobleme sind ebenfalls häufige Ursachen für Unbehagen bei Babys. Eine sanfte Bauchmassage, das Hochhalten des Babys nach dem Füttern oder das Verwenden von speziellen Anti-Kolik-Flaschen können Linderung verschaffen.
Zahnen kann für dein Baby schmerzhaft sein und zu vermehrtem Schreien führen. Biete ihm einen Beissring an, den du im Kühlschrank kühlst. Auch das sanfte Massieren des Zahnfleisches mit einem Zahnungsgel kann die Schmerzen reduzieren.

Überreizung und ihre Auswirkungen

Babys sind sehr empfindlich gegenüber ihrer Umgebung und können leicht überreizt werden. Das kann zum Beispiel geschehen, wenn dein Baby in der Trage oder im Kinderwagen in Laufrichtung schaut. Zu viele Reize, wie laute Geräusche, grelles Licht oder eine hektische Umgebung können dein Baby überfordern, so dass es unruhig wird. Überreizung äusserst sich oft durch Schreien am Abend. Damit drückt dein Baby Stress aus und sucht Hilfe. Hast du den Eindruck, dass dein Baby überreizt ist, bleibe möglichst ruhig, verfalle nicht in Aktionismus, indem du ihm viele Spielsachen anbietest, sondern gehe mit ihm in einen abgedunkelten Raum, halte es ruhig in deinen Armen, schaukle es sanft oder trag es im Tragetuch herum und versuche dein Baby durch leises Sprechen oder Singen zu beruhigen. Bleib möglichst gelassen und gib deinem Kind Zeit, sich zu entspannen.

Die Rolle von Schlaf und Müdigkeit

Schlaf spielt eine entscheidende Rolle im Leben deines Babys, und Müdigkeit ist ein häufiger Grund für Schreien. Neugeborene benötigen viel Schlaf. Schlafmangel kann zu Unruhe und Weinerlichkeit führen. Achte darauf, dass dein Baby genügend Schlaf bekommt und einen regelmässigen Schlafrhythmus entwickelt. Einem übermüdeten Baby fällt es schwer einzuschlafen. Oft schläft es dann nicht gut und schreit verstärkt.
Mit einem festen Abendritual kannst du deinem Baby helfen, sich auf die Schlafenszeit vorzubereiten. Zu einem Ritual können eine sanfte Massage, das Zähneputzen ab dem ersten Zahn und das Vorlesen einer Gutenachtgeschichte gehören. Eine ruhige und dunkle Schlafumgebung trägt dazu bei, dass dein Baby leichter einschläft und besser durchschläft.
Reagiere rechtzeitig auf Müdigkeitsanzeichen deines Babys. Wenn es gähnt, sich die Augen reibt, an den Fingern nuckelt, wenig Interesse an der Umgebung zeigt, sich von Reizen (z.B. Spielsachen) abwendet, den Blickkontakt meidet oder unruhig wird, ist es wahrscheinlich müde. Am besten legst du es jetzt hin. Das rechtzeitige Erkennen und Reagieren auf Müdigkeitsanzeichen können helfen, das Schreien zu reduzieren und deinem Baby den benötigten Schlaf zu ermöglichen.

Emotionale Bedürfnisse: Nähe und Sicherheit

Babys haben ein starkes Bedürfnis nach Nähe und Sicherheit. Schreit dein Baby, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass es emotionale Unterstützung sucht. Körperkontakt und das Gefühl von Geborgenheit sind für die Entwicklung deines Babys wichtig. Das Tragen in einem Tragetuch oder das Halten auf dem Arm kann ihm helfen, sein Bedürfnis nach Nähe zu stillen.
Durch regelmässiges Kuscheln, sanftes Sprechen und Blickkontakt kannst du eine sichere Bindung zu deinem Baby aufbauen. Gib ihm das Gefühl, dass es geliebt wird und sicher ist. Eine sichere Bindung fördert das Vertrauen deines Babys in dich und kann helfen, das Schreien zu reduzieren.
Manchmal kann das Schreien auch ein Ausdruck von Trennungsangst sein, besonders wenn dein Baby älter wird und beginnt, deine Abwesenheit bewusster wahrzunehmen. In solchen Fällen ist es wichtig, deinem Kind durch beruhigende Worte und sanften Körperkontakt zu vermitteln, dass es nicht allein ist und dass du wiederkommst. Geduld und Einfühlungsvermögen sind hierbei entscheidend, um dein Baby zu beruhigen und ihm ein Gefühl von Sicherheit zu geben.

Strategien zur Beruhigung deines Babys

Es gibt viele Strategien, die Eltern anwenden können, um ihr schreiendes Baby zu beruhigen. Vielleicht helfen deinem Baby diese Methoden:
– Tragen im Tragetuch oder in der Babytrage
– Körperkontakt
– Pucken in den ersten Lebenswochen (Baby wird in Rückenlage zum Schlafen in eine weiche Decke eingewickelt, Hüfte und Beine müssen sich frei bewegen können; nur wenn es sich noch nicht auf Drehen kann)
– Sanftes Wiegen (auf dem Arm, Federwiege)
– Monotone Geräusche (z.B. Herzschlag-Geräusche, Fön, Dampfabzug, Apps mit weissem Rauschen
– Leise Musik, Singen von Wiegenliedern, Summen, sanftes Ansprechen
– Sanftes Streicheln
– Spazieren im Kinderwagen
– Abgedunkelter, ruhiger Raum
– Reduktion von Reizen (z.B. Licht, Lärm, Besuch, Spielsachen)
– Fester Tagesablauf

Wann solltest du einen Arzt aufsuchen?

In den meisten Fällen ist Schreien eine normale Reaktion und kein Grund zur Besorgnis. Es gibt jedoch Situationen, in denen Eltern ärztlichen Rat einholen sollten. Wenn das Schreien des Babys ungewöhnlich intensiv oder anhaltend ist und keiner der üblichen Beruhigungsmethoden hilft, könnte dies ein Anzeichen für ein gesundheitliches Problem sein. Eltern sollten auch auf andere Symptome wie Fieber, Erbrechen, Durchfall oder Hautausschläge achten, die auf eine Krankheit hinweisen könnten.
Wenn das Baby Schmerzen zu haben scheint, sich steif oder schlaff anfühlt oder Schwierigkeiten beim Atmen hat, solltest du sofort eine Kinderärztin oder einen Kinderarzt aufsuchen. Diese Symptome könnten auf ernsthafte gesundheitliche Probleme hinweisen, die eine medizinische Behandlung erfordern. Es ist wichtig, dass du deinem Instinkt vertraust und bei Bedenken nicht zögerst, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Regelmässige Vorsorgeuntersuchungen sind ebenfalls wichtig, um die Gesundheit und Entwicklung deines Babys zu überwachen. Die Kinderärztin oder der Kinderarzt kann deine Fragen beantworten, Ratschläge geben und sicherstellen, dass dein Baby gesund und gut versorgt ist.

Verständnis und Geduld im Umgang mit schreienden Babys

Manche Babys schreien ohne offensichtlichen Grund viel. Exzessives Schreien kann Eltern an ihre Grenzen bringen.
Diese Tipps können dir helfen, dem übermässigen Schreien möglichst geduldig und gelassen zu begegnen:
– Schau, dass es dir selbst gut geht
– Wechsle dich bei der Betreuung des schreienden Babys mit deinem Partner/deiner Partnerin ab (es braucht nicht zwei Elternteile, um ein Baby zu beruhigen)
– Bitte Grosseltern, Verwandte und Freunde um Hilfe, damit du dir immer wieder kurze Auszeiten gönnen kannst, um deine Batterien aufzuladen
– Bei Alarmstufe rot: Leg dein Baby in sein Bettchen und verlasse kurz den Raum, um dich zu beruhigen
– Tausche dich mit anderen Eltern, einer Freundin/einem Freund über deine Situation aus
– Wende dich an deine Kinderärztin/deinen Kinderarzt
– Kontaktiere deine Mütterberaterin
– Lass dich in einer Schreibabysprechstunde beraten, die es in vielen Spitälern gibt
– Nutze einen Entlastungsdienst, (z.B. die Kinderbetreuung des Roten Kreuzes www.redcross.ch, www.entlastungsdienst.ch)
– Informiere dich auf der Website des Vereins Schreibabyhilfe www.schreibabyhilfe.ch

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Autorin: Susanna Steimer Miller ist Journalistin und hat sich auf Themen rund um die Schwangerschaft und Geburt sowie die Gesundheit, Ernährung, Entwicklung und Erziehung des Kindes in den ersten fünf Lebensjahren spezialisiert.